Genetische Analysen

Ein Teilbereich des Labors befasst sich mit der Anwendung von molekulargenetischen Verfahren zur praxisbezogenen Analyse der genetischen Grundlagen von Eigenschaften der Obstarten. Wesentlicher Tätigkeitsbereich ist die eindeutige Sortenidentifizierung per Marker. Die Erkenntnisse wurden in mehreren nationalen und internationalen Projekten erfolgreich umgesetzt.

Der Forschungs- und Anwendungsbereich umfasst insbesondere:

  • Identifizierung der Sorten mit Mikrosatelliten Marker (SSR) bei Obstarten
  • Unterstützung der markergestützten Selektion und Züchtung (MAS)
  • Phylogenetische Untersuchungen mittels Chloroplast Mikrosatelliten (cpSSR) und universalen Markern
  • Selbst- und Fremdinkompatibilität mittels ‚intron consensus primer‘ von S-RNasen und ‚intron consensus primer‘ von SFB bei Steinobst (Prunus)
  • Genexpressionen bei Früchten während der Reife mittels Realtime-PCR und Mikroarray

Das KOB bietet als Service die genetische Identifizierung von Sorten an. Näheres zu den Konditionen auf Nachfrage.

Hinweis Gentechnik:
Das Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee macht keine gentechnischen Versuche im Richtung auf Gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Die im genetischen Labor eingesetzten Techniken dienen der Identifizierung vorhandener Gene, beispielsweise zur Identifizierung der Sorten bei verschiedenen Obstarten (genetischen Fingerabdrücke bzw. Fingerprints.
Im Bereich der „alten“ Obstsorten dient dies dem Erhalt der Biodiversität, wenn Sorten eindeutig identifiziert und Verwandtschaftsgrade beurteilt werden können. Diese Arbeiten werden auch im Zusammenhang mit der Mitgliedschaft des KOB im Netzwerk Deutsche Genbank Obst durchgeführt.
Weiterer Nutzen ist die Bestimmung von Sorten in der Lebensmittelkontrolle. Im Prinzip sind die Vorgänge vergleichbar mit Vaterschaftstests oder der Kriminalistik.
Bei der Identifizierung von Genen in der „markergestützten Selektion“ kann die züchterische Arbeit beschleunigt werden. Der Züchter stellt anhand der DNA-Analyse fest, ob auf natürlichem Wege eingekreuzte Gene, z.B. einer Resistenzeigenschaft, in einer Sorte vorhanden sind. Dieses „SMART-Breeding“ ist somit ein Alternativkonzept zur genetischen Modifizierung von Organismen. Der genetische Code der Sorten wird nicht verändert, sondern nur analysiert. Unabhängig davon wird die Forschung an gentechnisch veränderten Obstarten durch CRISPR/CAS und andere neue Techniken weltweit an Bedeutung gewinnen – aber nicht am hierfür hinsichtlich der erforderlichen Ressourcen bei weitem nicht ausreichend ausgestatteten Kompetenzzentrum Obstbau

Kontakt

Dr. Haibo Xuan
Genetische Analysen
Tel.: 0751-7903-335
haibo@kob-bavendorf.de