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Potenziale und Praxisprogramm zur Erhöhung der ökologischen Vielfalt in Erwerbsobstanlagen und Streuobstwiesen

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Im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt startete im Herbst 2016 ein Projekt mit dem Ziel, die Biodiversität in Erwerbsobstanlagen zu erhöhen.

Das Projekt ist Teil eines großen Verbundprojektes, das in sechs deutschen Obstbauregionen über eine Laufzeit von sechs Jahren durchgeführt wird. Die Koordination übernimmt die Universität Hohenheim. Gegliedert ist das Projekt in jeweils einen Bereich für den ökologischen Anbau und für den integrierten Anbau.

Am KOB finden in Kooperation mit den Regionen Altes Land / Niederelbe (Esteburg – Obstbauzentrum Jork), Sachsen (Landesverband „Sächsisches Obst“ e.V.) und Rheinland Pfalz (DLR-Rheinpfalz) / Nordrhein-Westfalen (KoGa / Universität Bonn) Untersuchungen zum integrierten Anbau in Kernobstanlagen statt. Kernobstanlagen haben in der Regel lange Standzeiten (von etwa 15-25 Jahren) und stellen daher ein Habitat für verschiedene Tier- und Pflanzengruppen dar, welche sich an die jeweilige Bewirtschaftungsform angepasst haben. Ziel dieses Projektes ist es, diese Arten zu erhalten und zu fördern. In einem ersten Schritt soll in ausgewählten Anlagen eine Status-Quo-Analyse durchgeführt werden. Durch einen Vergleich von Anlagen, in denen verschiedene Maßnahmen wie z.B. Ankerpflanzen, Blühflächen und Nisthilfen umgesetzt werden, und Anlagen ohne Maßnahmenumsetzung soll anschließend herausgearbeitet werden, welche der Maßnahmen sich für den Erhalt bzw. die Förderung der Artenvielfalt eignen. Ein besonderes Augenmerk soll hier auf die Praktikabilität und die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen gelegt werden. Ein ebenfalls wichtiger Faktor ist die sich unter Umständen verändernde Dynamik von Schädlingen und Nützlingen.

Für den Landwirt oder die Landwirtin bedeutet dies eine Förderung von Nützlingen in den Obstanlagen, die gleichzeitige Überwachung der Schädlinge sowie eine fundierte Beratung durch Fachpersonal. Zudem steigern die Maßnahmen das Image des Betriebes und die Akzeptanz sowohl in der einheimischen Bevölkerung als auch bei Touristen. Dies ist vor allem für die Betriebe interessant, die neben dem Obstbau auch Ferienwohnungen anbieten.

Das KOB entwickelt gemeinsam mit den Betrieben praktikable Maßnahmen und zeigt auf, dass der integrierte Erwerbsobstbau hochwertiges und gesundes Obst im Einklang mit der Natur produziert. 

Die Maßnahmen werden seit 2017 in vier ausgewählten Betrieben durchgeführt, die eine Art Vorreiterfunktion im Bodenseeraum haben. Inzwischen nehmen im Bodenseegebiet außerdem 18 Ringbetriebe teil, die als Multiplikatoren dienen sollen. Die Maßnahmen sollen auf weitere Betriebe ausgeweitet werden, so dass bis zum Projektende 2022 und darüber hinaus eine breite Anzahl von Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität Anwendung finden, um somit den einzigartigen Kulturraum Kernobstanlage einerseits wirtschaftlich zu nutzen und andererseits als Ökosystem zu schützen.

Interessierte Betriebe können sich sehr gerne informieren bei:

 

 

Andrea Hartmann

Tel.: 0751-7903-303

hartmann@kob-bavendorf.de

 

Elke Pollok

Tel.: 0751-7903-312

pollok@kob-bavendorf.de


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