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Die Klopfprobe

Mit dieser Methode bekommt man mit nur einem Kontrollgang einen guten Überblick über die gesamte Fauna einer Obstanlage. Neben den Schädlingen werden zugleich Nützlinge und indifferente Arten erfasst.

Die Klopfmethode eignet sich auch zur Überwachung flugfähiger Insekten und vieler versteckt lebender Arten. Sie stellt eine wichtige Ergänzung zur visuellen Kontrolle dar.

Voraussetzung ist eine gute Kenntnis der im Obstbau vorkommenden Schädlinge und Nützlinge.

Die Klopfprobe wird hauptsächlich in der Vorblüte zur Kontrolle des Apfelblütenstechers eingesetzt. Ab Ballonstadium findet man zunehmend Wickler- und Spannerräupchen, verschiedene Blattlausarten, die ersten Ohrwürmer und weitere Insekten und Spinnentiere.

 

Gerätschaften

  • Klopftrichter mit gepolstertem Stab
  • Schraubgläser
  • evtl. Lupe
  • Bestimmungsbuch („Visuelle Kontrollen im Apfelanbau“)

 

Der Klopftrichter besteht aus einem festen, synthetischen Gewebe, das sich nach unten hin verjüngt. Am unteren Ende befindet sich ein Schraubglas, welches die abgeklopften Tiere auffängt. Die Auffangfläche ist genau definiert. Sie beträgt ¼ m² und ist rechteckig.

 

Der Klopftrichter kann bezogen werden bei:

Havelland O.B.S.T

http://www.havelland-obst.de/index.htm?frame=sg_Spezialbedarfsartikel_IntegrierterPflanzenschutz.htm

Tel.: 03327-741410

Preis auf Anfrage (ca. 75 € zzgl. Mwst. und Versandkosten)

 

Vorgehensweise

Der Klopftrichter wird unter einen Ast gehalten. Mit dem gepolsterten Stock schlägt man kräftig gegen den Ast. Die herabfallenden Tiere werden im Klopftrichter aufgefangen.

Wie viele Äste je Anlage geklopft werden, hängt von ihrer Einheitlichkeit ab. Bei gleichmäßigen Anlagen reichen oft 33 geklopfte Äste je Hektar aus, um ein repräsentatives Ergebnis zu erzielen. Jedoch aufgepasst: die wirtschaftliche Schadensschwelle bezieht sich auf 100 geklopfte Äste je ha; bei geringerem Umfang muss gegebenenfalls hochgerechnet werden. Um zu prüfen, ob die Fauna einer Obstanlage gleichmäßig verteilt ist, kann eine Unterteilung in 33 – 33 – 34 Äste unternommen werden. Die Klopfstellen sollten quer über die Anlage verstreut sein. Pro Baum wird nur ein Ast geklopft. Bei noch jungen Bäumen kann am Stamm geklopft werden.

Die im Schraubglas aufgefangenen Tiere werden visuell bestimmt und ausgezählt. Ein Bestimmungsbuch kann dabei recht hilfreich sein. Das Ergebnis wird mit der wirtschaftlichen Schadensschwelle verglichen.

 

Die wichtigsten Insekten und Spinnentiere bei der Klopfprobe

 

Zeitraum: bis Stadium „Grüne Knospe“ (BBCH 56)

 

Der Apfelblütenstecher ist ein dunkelbraun bis schwarz gefärbter und behaarter Käfer. Er erreicht eine Länge von 3,5 bis 6 mm. Auffälliges Erkennungsmerkmal ist die grauweiße V-förmige Binde auf den Flügeldecken. Zwischen den Flügeldecken und dem Brustteil befindet sich ein weißer Fleck. Die Fühler haben ein sehr langes Basalfühlerglied.

 

Ein häufig auf Apfelbäumen anzutreffender, aber unproblematischer Käfer ist der Schmalbauch. Er ist etwa so groß wie der Apfelblütenstecher und besitzt ebenfalls ein sehr langes Basalfühlerglied. Seine braun oder schwarzen Flügeldecken sind unbehaart.

 

Daneben findet man häufig kleine Spinnen.

 

Zeitraum: ab Ballonstadium bis zum Sommer

 

Während dieser Zeit sind eine ganze Reihe verschiedener Insektenarten auf den Obstbäumen unterwegs. Neben Wickler- und Spannerraupen werden adulte Tiere von Blattsaugern, Thripsen und Wanzen mit der Klopfprobe erfasst. Die vier im Obstbau gängigen Blattlausarten findet man zudem vor. Mehlige Apfelblattlaus und Apfelfaltenlaus lassen sich jedoch nur schwer voneinander unterscheiden. Neben Schädlingen werden auch Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen abgeklopft.