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Regulierung der Kirschfruchtfliege im Bio-Anbau

Hintergrund

Die Kirschfruchtfliege stellt das Schlüsselproblem im ökologischen Süßkirschenanbau dar. Bislang fehlen ausreichend effiziente Verfahren zur Regulierung im ökologischen Anbau. Dadurch ist der Befallsdruck in Ökoflächen meist wesentlich höher als in konventionell bewirtschafteten Flächen. Auch bei der Vermarktung gibt es Hürden. Die Schadensfreiheitsanforderungen des Handels sind im Ökobereich genauso streng wie auf dem konventionellen Markt. Seitens der Vermarktung wird eine Schadensfreiheitsgrenze von 98 % gefordert. Hinzu kommt, dass die Preisspanne zwischen ökologisch und konventionell produzierten Kirschen, anders als im Kernobstbereich, nicht entsprechend groß ist, um die höheren Ausfälle und die geringeren Erträge ausreichend zu kompensieren. Aus diesen Gründen erfolgte in den vergangenen Jahren praktisch keine Ausdehnung des ökologischen Kirschenanbaus. In der Obstregion Bodensee ist der Anbau sogar rückläufig. In Deutschland werden momentan auf ca. 40 ha Bio-Süßkirschen (ohne Streuobst) angebaut.

In einem vom Bioland- Landesverband BW geförderten Projekt sollen in Ringversuchen auf bestehenden und neu umgestellten Ökoflächen praxistaugliche Lösungsansätze erforscht werden.

 

Im Projekt durchgeführte Untersuchungen

Bislang wurden in diesem Rahmen Versuche zur Wirkung des derzeit noch nicht in Deutschland zugelassenen Präparates Naturalis-L solo und in Kombination mit dem derzeitigen Standardpräparat Spruzit Neu durchgeführt. Ziel der Versuche ist, zu prüfen, inwiefern Behandlungen mit Naturalis-L ein Bestandteil der Strategie zur Regulierung der Kirschfruchtfliege im Ökologischen Obstbau sein können. Problematisch ist neben der starken Vermehrungsrate auch die Ortstreue der Kirschfruchtfliegen, die dazu führt, dass sich ein Befallsdruck im Laufe der Jahre sehr rasch und konstant aufbauen kann. Daher müssen im Ökologischen Obstbau mehrere Verfahren kombiniert werden, um eine höchstmögliche Gesamtwirkung zu erzielen.

Um speziell auch für kleinere, wenig intensiv geführte Anlagen einen alternativen Ansatz zu erproben, werden zusätzlich Versuche durchgeführt, in dem die präventive Wirkung einer Netzabdeckung im Baumstreifen getestet werden soll. Ziel der Bodenabdeckung mit Netzen ist die mechanische Verhinderung der Aufwanderung der im Boden geschlüpften Fliegen. Im Gegensatz zur Kompletteinnetzung von Niederstammanlagen eignet sich die Bodenabdeckung auch für Anlagen mit hohen Bäumen. Eine Befallsreduktion kann mit der Bodenabdeckung allerdings nur in isolierten Anlagen gelingen, in denen nicht mit Zuflug aus Nachbaranlagen gerechnet werden muss.

 

Dieses Projekt wird gefördert durch

Bioland Landesverband Baden Württemberg

 

Projektlaufzeit
Jahre 2008-2010                      

zu den Jahresberichten   >>> 2008, >>> 2009, >>> 2010

 

Kontakt

Sascha Buchleither

Fachbereich Ökologischer Obstbau

Tel.: 0751-7903-316

Email: buchleither@kob-bavendorf.de