Über Uns Aktuelles Arbeitsbereiche Projekte Service

Interreg-Projekt "Unkrautregulierung"

Projekttitel:

Nachhaltige Strategien zur Unkrautregulierung im Obstbau

Hintergrund

Die Regulierung des Unkrautbewuchses stellt im Obstbau eine der wichtigsten Kulturmaßnahmen dar, da eine unerwünschte Begleitflora durch Konkurrenz zur Kulturpflanze den Ertrag sowie die Qualität negativ beeinflussen sowie den Druck durch pathogene Erreger im Pflanzenbestand erhöhen kann. Der Einsatz chemischer Wirkstoffe ist, vor allem aus ökonomischen Gründen, die weltweit am meisten verbreitete Methode zur Unkrautregulierung. Derzeit sind im Apfelanbau in Deutschland wenige Herbizide aus den Wirkstoffgruppen der Glyphosate, der Glyphosinate, MCPA, Propyzamid sowie Flumioxazin zugelassen. Auf Grund der aktuellen, öffentlichen Diskussion um den Einsatz einzelner herbizider Wirkstoffe in der Landwirtschaft, ist auch die zukünftige Zulassungssituation für den Obstbau  unklar. Der Obstanbau benötigt daher innovative Lösungsansätze und effiziente Alternativen für absehbare Engpässe bei der Zulassung chemischer Unkrautbekämpfungsmittel, auch im Hinblick auf eine nachhaltige Obstproduktion mit umweltgerechten und zugleich erfolgsbringenden Strategien.

Neben dem Einsatz von Herbiziden gibt es zudem  unterschiedliche mechanische Verfahren zur Unkrautregulierung, welche derzeit vor allem im ökologischen, aber zunehmend auch  im integrierten Anbau, eine Rolle spielen. In diesem Projekt soll eine Vielzahl an derzeit zur Verfügung stehenden herbziden sowie mechanischen Maßnahmen zur Beikrautregulierung sowohl einzeln als auch in praxisrelevanten Kombinationen im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes betrachtet und bewertet werden. Zahlreiche Studien zum Einsatz chemischer sowie mechanischer Maßnahmen der Unkrautregulierung beschäftigten sich bislang ausschließlich mit deren Wirkung auf den Aufwuchs verschiedener Unkräuter. Im Rahmen dieses Projektes sollen die unterschiedlichen Verfahren darüber hinaus auch hinsichtlich ihres Einflusses auf unterschiedliche Boden-, Wachstums- und Qualitätsparameter beurteilt werden. Insbesondere bei den mechanischen Verfahren können im Vergleich zum Herbizideinsatz weitreichende Auswirkungen auf unterschiedliche Bodenparameter wie Bodenfeuchte, Bodenlebewesen und Nährstoffverfügbarkeit sowie in Folge auch auf physiologische Wachstums- und Qualitätsparameter erwartet werden. Auch innerhalb der mechanischen Verfahren sind bedingt durch unterschiedliche Arbeitsweisen der Geräte verfahrensabhängige Auswirkungen auf Boden- und Wachstumsparameter zu erwarten. Eine ganzheitliche Betrachtung der zur Verfügung stehenden Verfahren einzeln sowie in unterschiedlichen Kombinationen unter Berücksichtigung ihres Einflusses auf Boden-, Wachstums- und Qualitätsparameter ist daher für eine abschließende Bewertung zwingend erforderlich.

 

Ziel des Projektes

Grundsätzliches Ziel ist es, mit dem Einsatz von Herbiziden und/oder diverser Hack- bzw. Fadengeräte die Baumstreifen von Unkraut freizuhalten. Die jeweils vorhandenen Unkräuter werden im Versuch in allen Varianten standardmäßig erfasst. Im Projekt sollen bislang nicht bekannte Auswirkungen der einzelnen chemischen, mechanischen und kombinierten Verfahren auf Bodenfaktoren und auf physiologische Parameter der Pflanzen detailliert untersucht und verglichen werden. Schwerpunkte liegen dabei auf Untersuchungen zu Temperatur und Feuchte im Boden, zu Bodenaktivität/Bodenleben (z.B. Regenwurmaktivität) sowie auf der  Verfügbarkeit von Nährstoffen (z.B. Boden- und Blattanalysen; Inkubationsversuche zur Stickstofffreisetzung). Ebenso wird die Untersuchung von Rückständen chemischer Produkte (Herbizide) im Boden und an den Früchten berücksichtigt. Wichtige physiologische Kriterien wie Fruchtqualität (Größe, Zucker, Grund- und Deckfarbe), Blüh- und Ertragsverhalten und Wuchsleistung (vegetativ und generativ) werden im Projekt über mehrere Jahre beurteilt. Um die im Rahmen des Projektes gewonnenen Erkenntnisse in praxistaugliche  Unkrautregulierungsstrategien implementieren zu können, erfolgt zudem eine betriebswirtschaftliche Bewertung der Maßnahmen. Das Projekt soll mit der Erstellung eines Leitfadens zur Unkrautregulierung  mit ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Verfahren als Grundlage für die Beratung bzw. für den direkten Gebrauch durch Praktiker abgeschlossen werden. Ziel ist es, den Leitfaden als festen Bestandteil einer nachhaltigen Unkrautregulierung  und Obstproduktion im Integrierten und Ökologischen Anbau einzubetten/zu verbreiten und somit zukunftsweisende Strategien in der Praxis einzuführen und umzusetzen. Weiterhin soll der Leitfaden in möglichen Folgeprojekten dem aktuellen Stand der Forschung fortlaufend angepasst werden und grundsätzlich als einmaliges Nachschlagewerk für die Integrierte und Ökologische Produktion Verwendung finden.

 

Projektföderung:

Interreg V, Region Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein

Projektlaufzeit: 3/2017 – 2/2020

 

Projektpartner:

·         Hochschule Weihenstephan-Triesdorf-Versuchsstation für Obstbau Schlachters

·         Agroscope Wädenswill

·         Landwirtschaftskammer Vorarlberg

Praxispartner:

·         Marktgemeinschaft Bodenseeobst EG

·         Württembergische Obstgenossenschaft Raiffeisen eG

 

Kontakt

Sascha Buchleither

Fachbereich Ökologischer Obstbau

Tel.: 0751 79 03 316

Email: buchleither@kob-bavendorf.de