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Sortenprüfung

Kein anderer Faktor ist für den wirtschaftlichen Erfolg so entscheidend wie die Wahl der richtigen, marktgängigen Sorte, sowohl für den Obstbaubetrieb als auch für die Erzeugergenossenschaften.

 

Aus den Züchtungsprogrammen aus aller Welt drängen zahlreiche Sortenneuheiten auf den Markt. Die meisten davon sind sogenannte Clubsorten, also Sorten, die nur mit besonderen vertraglichen Vereinbarungen von Clubmitgliedern angebaut und vermarktet werden dürfen. Problematisch an dieser Situation ist, dass bei manchen Sorten wenig über die Anbaueignung und den Marktwert bekannt ist und mit jeder Neuheit die Unsicherheit bei den Genossenschaften und ihren Obstbauern steigt. 

Gerade deswegen ist die Sortenprüfung am Standort Bodensee von enormer wirtschaftlicher  Bedeutung. Am Kompetenzzentrum Obstbau – Bodensee wird laufend eine breite Palette an neuen Sorten und Mutanten geprüft. Auch wurde in den letzten Jahren die nationale und internationale Zusammenarbeit in der Sortenprüfung verstärkt. 

Im Sommer 2001 wurden gemeinsam mit den amtlichen Beratern und den Beratern der großen Erzeugerorganisationen WLZ/BayWa und Marktgemeinschaft Bodenseeobst eine gemeinsame Mutantenempfehlung für die marktgängigen Sorten  der Bodenseeregion erarbeitet. Begleitet wird diese Empfehlung und gegebenenfalls aktualisiert durch eine umfangreiche Prüfung neuer Mutanten. Langfristig bietet eine möglichst einheitliche Mutantenpolitik  nur Vorteile für Vermarkter und Obstbauern und ist die beste Voraussetzung für den Erfolg einer Sorte.

Ablauf der Sortenprüfung

In der Sortenprüfung am KOB werden die Eigenschaften einer Apfelsorte nach einem standardisierten Bewertungsschema in Anlehnung an die Richtlinien der obstbaulichen Leistungsprüfung umfassend beurteilt. Vegetative und generative Merkmale sowie Fruchtmerkmale vor und nach der Ernte aber auch Aspekte des Marktes und Verbrauchereinschätzungen fließen in die Beurteilung einer Apfelsorte mitein. In einem Verbrauchertest werden nach der Ernte in regelmäßigen Abständen 125 Haushalte mit den neusten Apfelsorten beliefert und nach ihren Eindrücken befragt.

Momentan befinden sich am Kompetenzzentrum Obstbau – Bodensee ca. 200 neue Apfelsorten und –mutanten sowie ca. 70 Birnensorten in der Prüfung.

Clubsorten

Die Clubvermarktung von Sorten schließt die ganze Kette von der Züchtung bis zum Verkaufsregal in ein Marketing-Konzept ein. Der Sorten- und Markenschutz  ermöglicht eine genaue Kontrolle des Anbaus, des Angebots und der Qualität. Gekoppelt mit gezielter Werbung soll der Sorte dadurch ein besonderes Profil gegeben werden.  Bei Clubsorten entfallen nicht nur Lizenzgebühren pro verkauftem Baum sondern auch pro verkauften Kilogramm Früchte.  Folglich sind Clubsorten im oberen Preissegment anzusiedeln. Letztendlich soll der Club Sicherheit für eine erfolgreiche Sortenlancierung geben.


Auszüge aus dem Bewertungsschema

 

Vegetative Merkmale

Wuchsform, Wuchsstärke, Stammdurchmesser, Neigung zur Verkahlung, Winterfrostanfälligkeit, Zeitpunkt des Austriebs, Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge

Generative Merkmale

Zeitpunkt der Blüte, Blühstärke, Ort der Blüte, Blütenfrostanfälligkeit, Neigung zur Nachblüte

Fruchtmerkmale vor und zur Ernte

Junifruchtfall, Fruchtbehang, Vorerntefruchtfall, Datum der Pflückreife, Einzelbaumertrag

Fruchtmerkmale nach der Ernte

Fruchtgröße, Fruchtform, Grund- und Deckfarbe, Lentizellen, Fettigkeit, Bereifung, Berostung, Festigkeit, Stärke-, Zucker-, Säuregehalt, shelf-life

 

 Kontakt:

Dr. Ulrich Mayr

Dr. Ulrich Mayr
Fachbereichsleiter Sorten und Öko-Anbau
Tel.: 0751-7903-301
Email: mayr@kob-bavendorf.de