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Topinambur

Botanischer Name: Helianthus tuberosus

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Topinambur, auch Jerusalem-Artischocke oder Erdbirne genannt, stammt aus Südamerkia. Sie wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von französischen Seefahrern nach Europa gebracht. Lange Zeit wurde sie als Speise- und Futterpflanze hoch geschätzt. Im 18. Jahrhundert wurde sie von der ertragreicheren, aber krankheitsanfälligeren Kartoffel verdrängt. Heute wird Topinambur vor allem in Südfrankreich kultiviert.
Das Knollengemüse erreicht eine Höhe von über 2m. Die 7-10cm großen Blüten und die behaarten Blätter und Stängel haben eine starke Ähnlichkeit mit der eng verwandten Sonnenblume.
Die Ansprüche an Boden und Klima sind gering. Die Rhizomknollen sind sehr frosthart (bis –30°C). Im Aussehen ähneln sie den Kartoffeln. Die Schale ist gelb, braun, violett oder rot gefärbt, das Fruchtfleisch ist weißlich-gelb. Der Geschmack reicht von nussig bis artischockenähnlich. Sie können vom Herbst bis zum Frühjahr geerntet werden, das Kraut wird meist klein-gehäckselt auf dem Feld zurückgelassen. In Erdmieten eingelagert sind Topinamburknollen über mehrere Wochen haltbar, ansonsten sind sie nicht besonders lagerfähig (Verarbeitung innerhalb von 14 Tagen).
Topinambur enthält keine Stärke, wie die Kartoffeln sondern Inulin, ein Reservekohlenhydrat aus Fructose. Inulin wird bis zu 85% in Fruchtzucker, der Rest in Traubenzucker umgewandelt. Sie sind daher für Diabetiker gut geeignet. Inulin regt die Verdauung an und wirkt günstig auf die Darmflora und den Cholesterinspiegel. Der hohe Anteil an Ballaststoffen sorgt für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl (Appetitzügler). Die Knolle ist reich an Eisen, Kalium, Magnesium und Vitamin B1. Die Verarbeitung erfolgt wie bei der Kartoffel. Topinamburschnaps ist eine Spezialität. Zudem wird sie als Füllstoff im Fastfood-Sektor eingesetzt.
Die Pflanzen locken Wühl- und Feldmäuse an. Die Neutriebe werden im Frühjahr gerne von Schnecken befallen.